Rückblick Pfarreireise ins Nordburgund
Unterwegs in Burgund – Begegnungen mit Kultur, Geschichte, Spiritualität und Genuss
Sechs abwechslungsreiche Tage führten unsere Reisegruppe aus verschiedenen Pfarreien in der Ostschweiz ins Herz des Burgunds. Historische Städte, bedeutende Klöster, eindrückliche Landschaften, kulinarische Genüsse und spirituelle Impulse machten diese Reise zu einem besonderen Erlebnis.
Tag 1 – Aufbruch ins Burgund
In Herisau, Schönengrund und Bütschwil begann unsere gemeinsame Reise. Mit dem Reisesegen «Ihr seid das Salz der Erde» wurden wir auf die kommenden Tage eingestimmt. Die Fahrt führte nach einem Kaffeehalt in Pratteln weiter über Lörrach und Mülhausen.
Am Nachmittag erreichten wir die berühmte Königliche Saline von Arc-et-Senans. Nach dem Mittagessen erkundeten wir die eindrückliche Anlage, die als Meisterwerk der Industriearchitektur des 18. Jahrhunderts gilt. Die Geschichte des Salzes knüpfte auf eindrückliche Weise an den Reisesegen des Tages an.
Anschliessend führte uns die Reise weiter nach Beaune, wo wir unser Hotel bezogen. Bei einem gemeinsamen Abendessen liessen wir den ersten Reisetag gemütlich ausklingen.
Tag 2 – Beaune und die Kunst des Weines
Der Tag begann mit einem spirituellen Impuls zum Wort Jesu: «Was ihr einer oder einem meiner geringsten Schwestern und Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.» Dieser Gedanke begleitete uns während des ganzen Tages.
Bei einer Stadtführung entdeckten wir die Schönheit von Beaune, der historischen Hauptstadt der burgundischen Weinregion. Besonders beeindruckend war der Besuch des Hôtel-Dieu, des ehemaligen Spitals mit seinem unverwechselbaren farbigen Dach und seiner bewegenden Geschichte der Nächstenliebe.
Am Nachmittag fuhren wir nach Nuits-Saint-Georges. Im L'Imaginarium tauchten wir in die Welt des Weines ein. Die Besichtigung vermittelte Wissenswertes über Herstellung, Tradition und Kultur des Burgunderweins. Eine Degustation durfte dabei nicht fehlen und bot Gelegenheit, die Vielfalt der regionalen Weine kennenzulernen.
Nach der Rückkehr nach Beaune genossen wir ein gemeinsames Abendessen im Hotel.
Tag 3 – Dijon und die grossen Weinlagen
Der dritte Reisetag stand im Zeichen der burgundischen Hauptstadt Dijon. Während einer fachkundigen Führung lernten wir die reiche Geschichte der einstigen Herzogsresidenz kennen. Prächtige Gebäude, lebendige Plätze und zahlreiche Zeugnisse vergangener Jahrhunderte machten den Stadtrundgang zu einem besonderen Erlebnis. Natürlich durfte dabei auch die berühmteste Spezialität der Stadt nicht fehlen: der Dijon-Senf. Wir erfuhren Interessantes über seine Entstehung, seine Bedeutung für die regionale Identität und seinen internationalen Ruf. Bis heute ist der Name Dijon weltweit untrennbar mit dieser traditionsreichen Delikatesse verbunden.
Anschliessend folgten wir der berühmten «Route des Grands Crus», einer der bekanntesten Weinstrassen Europas. Zwischen den sanften Rebbergen erhielten wir einen spirituellen Impuls zum Wort Jesu: «Ich bin der Weinstock – ihr seid die Reben.» Die Verbindung von Natur, Weinbau und Glauben wurde an diesem Ort besonders spürbar.
Zurück in Beaune rundete ein feines Abendessen den Tag ab.
Tag 4 – Taizé und Cluny
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch von Taizé. Nach einer Videoeinführung erhielten wir einen Einblick in das Leben der ökumenischen Gemeinschaft und konnten bei einer kurzen Begegnung die besondere Atmosphäre dieses Ortes erleben.
Beim Mittagsgebet mit den Brüdern und den zahlreichen jungen Menschen aus aller Welt stand das Wort «Ihr seid das Licht der Welt» im Mittelpunkt. Die Einfachheit, die Gesänge und die internationale Gemeinschaft hinterliessen bei vielen einen tiefen Eindruck.
Auf der Weiterfahrt nach Cluny machten wir unterwegs Halt für ein gemeinsames Picknick im Reisecar. Anschliessend besichtigten wir die ehemalige Benediktinerabtei von Cluny, die einst das grösste Kloster der Christenheit war. Die gewaltigen Dimensionen und die Bedeutung dieses Ortes für die europäische Geschichte wurden während der Führung eindrücklich sichtbar.
Nach der Rückkehr nach Beaune trafen wir uns erneut zum gemeinsamen Abendessen.
Tag 5 – Vézelay, Maria Magdalena und Fontenay
Der fünfte Tag führte uns nach Vézelay. Zu Fuss machten wir uns auf den Weg hinauf zur Basilika Sainte-Madeleine. Die eindrucksvolle Kirche gehört zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten Frankreichs.
In einer Seitenkapelle feierten wir einen Gottesdienst zu Ehren der heiligen Maria Magdalena. Die besondere Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Ortes verlieh der Feier einen würdigen und besinnlichen Rahmen.
Anschliessend besuchten wir das Schloss Époisses, wo wir den berühmten regionalen Käse degustieren konnten. Danach stand die Besichtigung des Zisterzienserklosters Fontenay auf dem Programm. Die schlichte Schönheit der Anlage und die Harmonie zwischen Architektur und Landschaft machten diesen Besuch zu einem weiteren Höhepunkt der Reise.
Der letzte gemeinsame Abend in Beaune bot Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und die vergangenen Tage nochmals Revue passieren zu lassen.
Tag 6 – Belfort und Heimreise
Am letzten Reisetag begleiteten uns die Worte aus dem Psalm: «Herr, du mein Fels und meine Burg und mein Retter; mein Gott, mein Fels, bei dem ich mich berge, mein Schild und Hort meines Heils, meine Zuflucht.»
Mit diesem Gedanken fuhren wir nach Belfort. Die Stadt ist bekannt für ihre imposante Festung und den monumentalen Löwen von Belfort.
Am Nachmittag traten wir die Heimreise über Lörrach in Richtung Ostschweiz an. Im Gepäck hatten wir zahlreiche schöne Erinnerungen, bereichernde Begegnungen, neue Eindrücke und viele gemeinsame Erlebnisse.
Ein besonderer Dank gilt Christian Ramsauer, der uns stets sicher chauffiert hat und Reto Oberholzer, der uns mit besinnlichen Impulsen durch die Reise führte.
Ausblick
Bereits richtet sich der Blick auf die nächste gemeinsame Reise. Diese wird uns vom 7.-12. Juni 2027 ins Salzkammergut führen, nach St. Georgen im Attergau. Als Unterkunft erwartet uns das Voralpenhotel Schmoller – ein neuer Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen, Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse.
Mit Dankbarkeit blicken wir auf die vergangenen Tage zurück und freuen uns auf die nächste Reisegemeinschaft.
Bernadette Schmitt